Steuerberatung - Unternehmensberatung - Wirtschaftsprüfung

TREUHAND-UNION Österreich

Steuerberatung - Unternehmensberatung - Wirtschaftsprüfung

TU-Journal Nr. 01/2001

STUNDUNGSZINSEN UND AUSSETZUNGSZINSEN

Auf Grund einer neuerlichen Anhebung des Basiszinssatzes wurden mit Wirkung vom 6.10.2000 die Zinssätze des Finanzamtes für Stundungen auf 8,25 % und für Aussetzung auf 5,25 % erhöht.

TU-TIPP

Wir empfehlen Ihnen daher nur mehr in Ausnahmefällen ein Ansuchen auf Stundung von Steuerrückständen bzw. ein Ansuchen auf Ratenzahlung.

UMSTELLUNG DES RECHNUNGSWESENS AUF EURO

Die Umstellung des Rechnungswesens zählt zu den wichtigsten Aufgaben der Euro Einführung im Unternehmen. Diese Umstellung hat spätestens mit 31. Dezember 2001 zu erfolgen.

Umstellung der Buchführung

Der Beginn der laufenden Verbuchung in Euro kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt, faktisch aber nur zu jedem Monatsersten erfolgen. Ab Jänner 2002 müssen die Bücher und Aufzeichnungen in Euro geführt werden. Erfolgt die Umstellung innerhalb eines Wirtschaftsjahres, muss zum gewählten Stichtag auf den Konten ein Zwischensaldo gebildet und in Euro umgerechnet werden. Es ist nicht notwendig, die von Beginn des Geschäftsjahres bis zum Umstellungszeitpunkt bereits in Schilling vorgenommene Buchungen rückwirkend auf Euro umzustellen. Wenn die Buchführung auf Euro umgestellt wurde, darf keine Rückkehr zur Schillingwährung erfolgen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass keine Rechnungen mehr in Schilling ausgestellt werden dürfen. Genauso ist es nicht untersagt, auch vor der Umstellung bereits in Euro zu fakturieren. Wer eine Umstellung während des Wirtschaftsjahres nicht zweckmäßig findet, muss bei einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr bereits zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2001/2002 auf EURO umstellen.

Umstellung der Bilanz

Die letzte auf Schilling lautende Bilanz ist die zum 31.12.2001. Die erste Bilanz, die zwingend in Euro aufgestellt werden muss, ist, wenn das Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr zusammenfällt, die Bilanz zum 31. Dezember 2002 und bei abweichendem Wirtschaftjahr die Bilanz, deren Stichtag in das Jahr 2002 fällt. Eine Bilanz, die in Euro aufgestellt wird, muss nicht zwingend auf Büchern beruhen, die ebenfalls in Euro geführt werden.

Teilumstellung - Vollumstellung

Es ist möglich, verschiedene Teile des Rechnungswesens wie Hauptbuch, Anlagenbuch, Debitoren- und Kreditorenbuch, Kassabuch, Lohnverrechnung zu unterschiedlichen Zeiten umzustellen.

Die Führung des Kassabuches wird bis zum 31.12.2001 in Schilling erfolgen. Bei der Übernahme in die Buchhaltung muss, wenn die Umstellung auf Euro bereits erfolgt ist, in Euro umgerechnet werden. Solange das Rechnungswesen noch in Schilling geführt wird, müssen Eingangsrechnungen, die auf Euro lauten, buchhalterisch wie Rechnungen auf fremde Währung behandelt werden. Kursdifferenzen können nicht entstehen, die Bezahlung kann ebenfalls je nach Vereinbarung in Schilling oder Euro erfolgen. Bei einer Umstellung der Buchhaltung auf EURO ist es jedenfalls sinnvoll, auch die Bankkonten bereits auf EURO umzustellen.

Umstellung der Lohnverrechnung

Die Lohnverrechnung wird sinnvollerweise erst mit 1.1.2002 umgestellt werden, da die Lohnauszahlung bis zum 31.12.2001 in Schilling erfolgen wird.

SOZIALVERSICHERUNG

Die neuen Werte der Sozialversicherung ab 1.1.2001 betragen:

Höchstbeitragsgrundlage:

Täglich: S 1.480,00

Monat: S 44.400,00

Sonderzahlung S 88.800,00

Geringfügigkeitsgrenzen:

Täglich S 313,00

Monat: S 4.076,00

ALTERSTEILZEITGELD

Mit 1. Oktober 2000 trat eine Novelle des Altersteilzeitgeldes ein, mit der insbesondere für Dienstgeber verstärkte Anreize, sich auf Altersteilzeitmodelle einzulassen, geschaffen wurden und in der gleichzeitig eine Adaptierung im Hinblick auf die Pensionsreform erfolgte.

Kurz zusammengefasst die Voraussetzungen für das Altersteilzeitgeld:

  1. Allgemeine Bedingungen:

Das frühestmögliche Einstiegsalter für Frauen ist die Vollendung des 50. Lebensjahres, für Männer die Vollendung des 55. Lebensjahres. Die höchstmögliche Dauer beträgt sechseinhalb Jahre. Der Dienstnehmer muss in den letzten 25 Jahren 780 Wochen Beschäftigungszeit nachweisen.

  1. Die Reduktion der Arbeitszeit:

Der Dienstnehmer muss vor Eintritt in die Altersteilzeit mit mindestens 80 % beschäftigt gewesen sein. Wie lange vorher der Dienstnehmer vollbeschäftigt gewesen sein muss, ist gesetzlich nicht definiert, doch geht das AMS vom Mindesterfordernis eines Monats aus. Der Dienstnehmer muss das Ausmaß seiner Beschäftigung auf 40 bis 60 % reduzieren. Zudem ist auch ein Durchrechnungszeitraum möglich. Ein Dienstnehmer vereinbart mit seiner Firma ein Altersteilzeitmodell für vier Jahre und eine Reduktion der Arbeitszeit auf 50 %. (wofür er 75 % Lohn erhält.) Dieser Dienstnehmer kann nun zwei Jahre lang - bei 75 % Entlohnung - im vollen Ausmaß weiterarbeiten und zwei weitere Jahre - ebenfalls bei 75 % des Bezuges - seine Arbeitszeit auf 0 reduzieren. Sowohl die Länge eines Durchrechnungszeitraumes als auch das Beschäftigungsausmaß können bei einer solchen Gestaltung frei gewählt werden, solange im Durchschnitt das vereinbarte Reduktionsausmaß erreicht wird.

  1. Die finanziellen Leistungen:

Der Dienstnehmer erhält die Hälfte des Lohnausfalles vom Dienstgeber bezahlt. Bei einer 50 % Reduktion sohin 75 %. Zusätzlich bleibt er weiter bis zur Höhe seines ursprünglichen Lohnes sozialversichert. Der Dienstgeber erhält vom AMS jene Lohn- und Sozialversicherungsanteile ersetzt, die über dem auf Grund des Beschäftigungsausmaßes zustehenden Lohn liegen, inklusive der davon anfallenden Dienstgeberanteile zur Sozialversicherung plus die Dienstgeber- und Dienstnehmeranteile zur Sozialversicherung von 75 % bis auf 100% des vollen Lohnes.

Nicht ersetzt werden Lohnteile, die über der Höchstbeitragsgrundlage liegen.

  1. Die formalen Erfordernisse:

Die Rückerstattung an den Dienstgeber durch das AMS erfolgt im Nachhinein, d.h. es wird beispielsweise die Oktoberzahlung im November überwiesen. Für die Antragstellung beim für die Firma zuständigen AMS ist das bundeseinheitliche Formular "Antrag auf Zuerkennung des Altersteilzeitgeldes" vorgesehen, das beim AMS angefordert werden kann.

ÄNDERUNGEN BEI DER KOMMUNALSTEUER

Arbeitskräfteüberlasser - Der Beschäftiger wird bei der Arbeitskräfteüberlassung zur Kasse gebeten

* Ab 1.1.2001 soll jenen Gemeinden die Kommunalsteuer zufließen, in denen die Arbeitnehmer tätig geworden sind.

* Wenn also der Arbeitskräfteüberlasser seinen Sitz in Linz hat und Personal an ein Unternehmen nach Klagenfurt überlässt, so fließt die Kommunalsteuer künftig in die Klagenfurter Stadtkassen.

* Problematisch dürfte jedoch die Tatsache werden, dass dies nicht der Arbeitskräfteüberlasser zu bewerkstelligen hat, sondern der Beschäftiger.

* Also muss faktisch der Kunde des Arbeitskräfteüberlassers die Steuerlast und die Steuerabwicklung übernehmen ( 6 KommStG), was auch bei Überlassung aus dem Ausland gelten soll.

Bemessungsgrundlage für die Kommunalsteuer sowie Fälligkeit

  • Als Bemessungsgrundlage werden 70 % des Gestellungsentgeltes (ohne Umsatzsteuer und ohne separat ausgewiesene Reisekosten und Kilometergelder) herangezogen.
  • Fällig wird die Steuer mit 15. des Monats, der auf die Zahlung des Gestellungsentgelts erfolgt.

TU-TIPP

Laut einem Erlass des Bundesministeriums für Finanzen vom 17.1.2001 ist der Begriff Arbeitskräfteüberlassung weit zu sehen, das heißt es fällt darunter jede gesetzlich zulässige oder unzulässige unternehmerische Überlassung von Dienstnehmern an Dritte gegen Entgelt. Auch die Überlassung von Arbeitnehmern durch ein Unternehmen, zu dessen Betriebszweck nicht die Überlassung gehört, fällt darunter. Bitte weisen Sie die Buchhaltungsabteilungen an, die Zahlung von Gestellungsentgelt an die Lohnverrechnung zu melden.

BERECHNEN SIE IHRE PENSION IM INTERNET

Auf der Homepage der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft unter www.sva.or.at kann man einmalig in Österreich unverbindlich die Höhe des jetzigen oder späteren Pensionsanspruches ermitteln. Das Pensionsberechnungsprogramm berücksichtigt bereits die ab 1. Jänner 2001 geltende Rechtslage. Das Pensionsberechnungsprogramm ist benutzerfreundlich und einfach zu handhaben. Man sollte allerdings die Anzahl der bereits erworbenen Versicherungsmonate und die Höhe der momentanen Pensionsbemessungsgrundlage kennen. Diese individuellen Daten können von selbständig Erwerbstätigen in ihrer SVA-Landesstelle angefordert werden.

BEFREIUNG VON DER GSVG PFLICHTVERSICHERUNG FÜR KLEINUNTERNEHMER (PENSIONISTEN UND JUNGUNTERNEHMER)

Vor kurzem wurde eine gesetzliche Änderung beschlossen, die für Pensionisten und Pensionistinnen über 65 Jahre wichtig sein kann, wenn sie neben der Pension noch ein Gewerbe im geringen Umfang ausüben. Sie können sich unter gewissen Voraussetzungen von der gewerblichen Sozialversicherung befreien lassen und ersparen sich somit Pensions- und Krankenversicherungsbeiträge. Der Beitrag zur Unfallversicherung ist jedenfalls zu bezahlen.

Die Befreiung setzt einen Antrag des Pensionisten voraus. Weiters wird verlangt, dass der Jahresumsatz unter 300.000,00 Schilling liegt und die aus der Erwerbstätigkeit resultierenden Einkünfte das Zwölffache der ASVG Geringfügigkeitsgrenze nicht übersteigen.

Eine gewisse Unsicherheit könnte darin liegen, dass die tatsächlichen Umsatzzahlen und die Höhe der Einkünfte immer erst nach Vorliegen der finanzbehördlichen Bescheide bekannt sind. Dann ist es aber für den Antrag zu spät, weil die Befreiung nicht rückwirkend erfolgen kann.

Wir empfehlen daher, die Befreiung vorsorglich im vorhinein zu beantragen, wenn mit einiger Wahrscheinlichkeit die Umsatz- und Einkommensgrenzen nicht erreicht werden. Dieser vorsorgliche Antrag ist völlig unschädlich, auch wenn sich herausstellen sollte, dass die Grenzbeträge überschritten werden. Zwar müssen die Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge nachbezahlt werden, es sind aber keine Beitragszuschläge oder Verzugszinsen vorgesehen.

Diese Befreiungsmöglichkeit von der Pflichtversicherung besteht auch für JUNGUNTERNEHMER unter der zusätzlichen Voraussetzung, dass innerhalb der letzten fünf Jahre nicht mehr als zwölf GSVG-Versicherungsmonate vorliegen.

VERBRAUCHERPREISINDEX

VPI VPI
1986=100 1976=100 1966=100
Jahres- durchschnitt 2000 105,2 137,6 213,9
Juni 2000 105,4 137,9 214,3 376,0
Juli 2000 105,5 138,0 214,5 376,3
August 2000 105,5 138,0 214,5 376,3
September 2000 105,8 138,4 215,1 377,4
Oktober 2000 106,0 138,6 215,5 378,1
November 2000 106,4 139,2 216,3 379,5
Dezember 2000 106,6 139,4 216,7 380,2

Die Werte für den jeweiligen Monat werden auch über den Tonbandkundendienst 01/1544 bekanntgegeben.


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