Steuerberatung - Unternehmensberatung - Wirtschaftsprüfung

TREUHAND-UNION Österreich

Steuerberatung - Unternehmensberatung - Wirtschaftsprüfung

TU-Journal Nr. 02/2003

UMSATZSTEUERSONDERVORAUSZAHLUNG 2003 - NEUES FORMULAR U 30

Durch das Budgetbegleitgesetz 2003 ist es zum Wegfall der Umsatzsteuersondervorauszahlung ("13.UVA") gekommen, wodurch bereits 2003 keine Sondervorauszahlung mehr zu entrichten ist. In diesem Zusammenhang möchten wir noch darauf hinweisen, dass ab der Umsatzsteuervoranmeldung für Oktober 2003 ein neues Formular U 30 zu verwenden ist. Die Kennzahl 005 scheint jetzt nicht mehr auf, sodass die Angaben über nicht steuerbare Auslandsumsätze in den UVA"s ab 10/2003 entfallen. Ebenfalls neu ist die Kennzahl 083. Unter dieser Kennzahl ist die als Vorsteuer abzugsfähige, geschuldete und auf dem Abgabenkonto verbuchte Einfuhrumsatzsteuer einzutragen. Die auf Grund des Zollverfahrens bemessene und an die Abgabenbehörde zu entrichtende Einfuhrumsatzsteuer ist in der Voranmeldung nicht anzuführen. Dieser Betrag ist (mit Verrechnungsanweisung) an das Finanzamt zu entrichten. Durch die in der UVA geltend gemachte Vorsteuer, welche die Umsatzsteuerlast mindert, ergibt sich somit bei voller Vorsteuerabzugsberechtigung keine tatsächliche Belastung an Einfuhrumsatzsteuer.

SPARBUCHSCHENKUNG NUR MEHR BIS 31.12.2003 STEUERFREI

Die steuerfreie Schenkung von Sparbüchern ist nur mehr bis 31.12.2003 möglich, wobei Sparbuchschenkungen an Personen der Steuerklasse V (das sind entfernte Verwandte und Nichtverwandte, zB auch Lebensgefährten) nur mehr bis zu einem Betrag von € 100.000,00 steuerbefreit sind.

STEUERTIPPS ZUM JAHRESENDE

Durch die im Folgenden dargestellten Maßnahmen haben Sie die Möglichkeit, im Jahr 2003 noch Steuern zu sparen bzw. Prämien zu erhalten:

* Investitionszuwachsprämie: Für Investitionen des Jahres 2003 besteht eine 10%ige Investitionszuwachsprämie, soweit diese den Investitionsdurchschnitt der letzten drei vorangegangenen Wirtschaftsjahre übersteigen. Begünstigt sind jedoch nur Investitionen in ungebrauchte, körperliche und abnutzbare Wirtschaftsgüter wie zB neue Maschinen, Büroeinrichtung, Lagerausstattung, Hardware, LKW"s. Nicht begünstigt sind Investitionen in Grund und Boden (da nicht abnutzbar), in Software (da nicht körperlich) und in gebrauchte Wirtschaftsgüter. Weiters ausgeschlossen sind alle Gebäudeinvestitionen, der Erwerb von PKW"s und Kombis sowie im Ausland eingesetzte Anlagen. Derzeit ist auch eine Verlängerung der Investitionszuwachsprämie bis Ende 2004 vorgesehen (siehe auch unter Wachstums- und Standortgesetz 2003).

* Vorzeitige Abschreibungen: Mit dem Konjunkturbelebungsgesetz 2002 wurde eine vorzeitige Ab­schreibung für Gebäude in Höhe von 7% (bis zu Investitionskosten von € 3,8 Mio) eingeführt, die mit Ende dieses Jahres ausläuft. Begünstigt sind somit jene Aufwendungen, die vor dem 1.1.2004 anfallen.

* Weiters wurde anlässlich der Hochwasserkatastrophe des Vorjahres eine besondere vorzeitige Abschreibung für katastrophenbedingte Ersatzbeschaffungen im Zeitraum 1.6.2002 bis 31.12.2003 eingeführt (12% für Gebäude und 20% für sonstige Investitionen), wobei eine Verlängerung des Zeitraumes bis Ende 2004 vorgesehen ist (vgl. wiederum Punkt - Wachstums- und Standortgesetz 2003). Alternativ hierzu kann auch eine Investitionsprämie geltend gemacht werden (5% für Gebäude sowie 10% für sonstige Investitionen).

* Bildungsfreibetrag: Zusätzlich zu den für Mitarbeiter aufgewendeten Aus- und Fortbildungskosten kann ein Bildungsfreibetrag von 20% der externen Kosten geltend gemacht werden. Ab dem Jahr 2003 steht diese Möglichkeit auch für innerbetriebliche Aus- und Fortbildungskosten offen, allerdings nur insoweit, als die Aufwendungen je Aus- und Fortbildungsmaßnahme 2.000,00 € pro Kalendertag nicht übersteigen. Alternativ zum Freibetrag kann auch eine 6%ige Prämie geltend gemacht werden.

* Forschungsfreibetrag: Für Aufwendungen zur Entwicklung oder Verbesserung volkswirtschaftlich wertvoller Erfind­ungen kann - zusätzlich zur Absetzung der Forschungsaufwendungen selbst - ein Forsch­ungs­­freibetrag (FFB I) in Höhe von 25% bzw 35% geltend gemacht werden. Der schon seit Jahren bestehende Forschungsfreibetrag (FFB I) wurde im Jahr 2002 durch einen zweiten Forschungsfreibetrag (FFB II) für Aufwendungen zur Forschung und experimentellen Entwicklung ergänzt. Dieser beträgt ab 2003 15% (davor 10%). Alternativ kann für den FFB II auch eine Forschungsprämie geltend gemacht werden. Diese beträgt ab 2003 5% (davor 3%). Der FFB II kann aber nur von jenen Aufwendungen geltend gemacht werden, von denen kein FFB I in Anspruch genommen worden ist (vgl. auch Punkt - Wachstums- und Standortgesetz 2003).

* Lehrlingsausbildungsprämie: Für jedes aufrechte Lehrverhältnis steht dem Lehrherrn pro Kalenderjahr (Wirtschaftsjahr) eine Lehrlingsausbildungsprämie in Höhe von € 1.000,00 zu. Alternativ dazu kann jedoch auch ein Lehrlingsfreibetrag (€ 1.460,00) geltend gemacht werden.

* Halbjahresabschreibung: Für im Jahr 2003 durchgeführte Investitionen, welche im 2. Halbjahr 2003 in Betrieb genommen werden, steht bei Gewinnermittlung nach dem Kalenderjahr noch eine Halbjahres-Abschreibung zu.

* Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG"s) mit Anschaffungskosten bis € 400,00 (exklusive USt) können im Jahr der Anschaffung sofort abgesetzt werden.

* Wertpapierdeckung: Damit es zu keinen negativen steuerlichen Auswirkungen kommt, sind die für die Deckung der Abfertigungs- bzw. Pensionsrückstellung erforderlichen Wertpapiere zu überprüfen, um einen noch erforderlichen Nachkauf bis zum 31.12.2003 zu ermöglichen.

* Steuerbegünstigung für nicht entnommene Gewinne: Eine wesentliche Neuerung gibt es für einkommensteuerpflichtige (somit keine Kapitalgesellschaften wie GmbH"s) Unternehmer in Form einer begünstigten (halben) Besteuerung nicht entnommener Gewinne bis zu einem Höchstbetrag von €100.000,00 pro Betrieb, die eine Steuerersparnis von bis zu € 25.000,00 bringen kann. Um diese Bestimmung jedoch optimal zu nützen, sollten bereits die Entnahmen im Jahr 2003 dahingehend abgestimmt werden. Bitte kontaktieren Sie Ihren Sachbearbeiter!

* Einnahmen-Ausgaben-Rechner können ihr steuerpflichtiges Einkommen dadurch optimieren, dass sie ihre Betriebsausgaben noch vor dem Jahreswechsel bezahlen und/oder ihren Kunden ein längeres Zahlungsziel gewähren, sodass diese offene Rechnungen erst nach dem 31.12.2003 begleichen. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben, welche 10 Tage vor oder nach dem Jahreswechsel zu- oder abfließen, jenem Jahr zuzurechnen sind, zu dem sie wirtschaftlich gehören.

* Weihnachtsgeschenke an Arbeitnehmer sind innerhalb eines Freibetrages von € 186,00 jährlich, lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn es sich um Sachzuwendungen (zB Warengutschein, Goldmünzen) handelt.

* Betriebsveranstaltungen (zB Weihnachtsfeiern, Skiausflüge) sind zusätzlich zu den oa Geschenken bis zu einem jährlichen Betrag von € 365,00 lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.

WACHSTUMS- UND STANDORTGESETZ 2003

Mit Ministerratsbeschluss vom 11.11.2003 wurde die Regierungsvorlage zum Wachstums- und Standortgesetz 2003 beschlossen - die Gesetzwerdung bleibt jedoch abzuwarten. Die wesentlichsten Inhalte daraus sind:

* Umstellung des "alten" Forschungsfreibetrages (25% gem. § 4 Abs 4 Z 4 EStG) auf den "neuen" Forschungsfreibetrag, wodurch eine Verbreiterung der Bemessungsgrundlage gemäß der Definition der Aufwendungen zur Forschung und Entwicklung im Sinnes des sog. "Frascati-Manual" vorgenommen wird. Gleichzeitig wird auch die Forschungsprämie von 5% auf 8% angehoben, welche vor allem für Unternehmen mit Verlusten sinnvoll ist.

* Verlängerung der vorzeitigen Abschreibung bzw. Prämie für katastrophenbedingte Ersatzbeschaffungen um ein Jahr, somit bis Ende 2004.

* Verlängerung der Investitionszuwachsprämie um ein Jahr = Ende 2004.

VOLLE ALTERSTEILZEITFÖRDERUNG OHNE ERSATZARBEITSKRAFT NUR MEHR FÜR VEREINBARUNGEN BIS JAHRESENDE 2003

Beim Altersteilzeitmodell wird aufgrund einer Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Arbeitszeit auf 40-60% der Normalarbeitszeit herabgesetzt. Der Arbeitnehmer erhält zusätzlich zu dem der herabgesetzten Arbeitszeit entsprechenden Bezug einen Lohnausgleich iHv 50% der Differenz zwischen dem vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit gebührenden Entgelt (Vollbezug) und dem der verringerten Arbeitszeit entsprechenden Entgelt. Neben dem Lohnausgleich müssen die Sozialversicherungsbeiträge und auch die Abfertigung auf Basis des Vollbezugs geleistet werden. Das AMS fördert Altersteilzeitvereinbarungen dadurch, dass es dem Arbeitgeber den Großteil jener Aufwendungen abdeckt, die im Rahmen des Altersteilzeitmodells zusätzlich zu dem der herabgesetzten Arbeitszeit entsprechenden Entgelt erwachsen (Ersatz des Lohnausgleichs und (größtenteils) der zusätzlichen Sozialversicherungsbeiträge). Mit 1.1.2004 wird diese Regelung nunmehr dahingehend geändert, dass für Altersteilzeitvereinbarungen nach dem 31.12.2003 das volle Altersteilzeitgeld vom AMS nur mehr dann gewährt wird, wenn für den Altersteilzeitmitarbeiter eine Ersatzarbeitskraft (= zuvor arbeitslose Person, die vollversicherungspflichtig beschäftigt wird, oder ein Lehrling) eingestellt wird.

KAMMERUMLAGE 1 (KU 1) AB JÄNNER 2004

Die Bemessungsgrundlage für die Kammerumlage 1 setzte sich bisher aus zwei wesentlichen Grundlagen zusammen. Das ist einerseits die dem Kammermitglied in Rechnung gestellte Umsatzsteuer, andererseits die geschuldete Einfuhrumsatzsteuer sowie Erwerbsteuer. Nicht einzubeziehen in die Bemessungsgrundlage war bisher jene Umsatzsteuer, die nach der so genannten "reverse-charge"-Regel auf den Leistungsempfänger übergegangen ist. Damit waren ein Großteil der Bauleistungen - aufgrund der Einführung des Steuerübergangs gem. § 19 Abs. 1 a UStG - von der KU 1 nicht erfasst. Dies ändert sich nunmehr mit 1.1.2004, wodurch sich die Bemessungsgrundlage für die Kammerumlage 1 wie folgt zusammensetzt:

* Die dem Kammermitglied in Rechnung gestellte Umsatzsteuer (Ausnahme: Umsatzsteuer, die bei der Geschäftsveräußerung anfällt).

* Die vom Kammermitglied geschuldete Einfuhrumsatzsteuer (die bei Einfuhr aus Nicht-EU-Ländern anfällt).

* Die vom Kammermitglied geschuldete Erwerbsteuer (die beim Erwerb aus einem EU-Land anfällt).

* Jene Umsatzsteuerschuld, die aufgrund der an das Kammermitglied für dessen Unternehmen von anderen Unternehmern erbrachten Leistungen auf diesen übergegangen ist (Umkehr der Steuerschuld oder reverse charge).

Die bestehenden Erleichterungen und Vereinfachungen bleiben jedoch aufrecht.

DIRECT MAILING AN UNTERNEHMER (B2B) ERLAUBT

Seit dem 20. August 2003 ist ein neues Telekommunikationsgesetz in Kraft, in welchem die Zusendung elektronischer Post (e-mail und SMS) neu geregelt wurde:

Die Zusendung elektronischer Post an Personen, die nicht Verbraucher im Sinne des Konsumentenschutzgesetzes sind (also Unternehmer - business to business) ist auch ohne vorherige Einwilligung des Empfängers zulässig, wenn der Versender dem Empfänger in der elektronischen Post ausdrücklich die Möglichkeit einräumt, den Empfang weiterer Nachrichten abzulehnen. Eine Übertretung dieser Bestimmung kann mit einer Geldstrafe von bis zu € 37.000,00 geahndet werden.

VERSTOSS GEGEN DAS E-COMMERCE GESETZ

Gemäß § 5 Abs. 1 E-Commerce Gesetz sind auf einer Homepage folgende Mindestinformationen anzuführen:

* Name und Firma des Betreibers der Homepage

* Genaue postalische Anschrift

* Firmenbuchnummer und - gericht (falls vorhanden)

* Telefonnummer, Fax, e-mail

* UID-Nummer

* Angehörigkeit einer Kammer

* Zuständige Aufsichtsbehörde

* Genaue Preisbezeichnung der Produkte

* Veröffentlichen von ABGB"s

Wir empfehlen daher, Ihre Homepage auf die Vollständigkeit hinsichtlich dieser Bestandteile zu überprüfen, da dies sonst zu Klagen führen kann.

VERBRAUCHERPREISINDEX

VPI VPI VPI VPI VPI

2000=100 1996=100 1986=100 1976=100 1966=100

Jahres- durchschnitt 104,5 109,9 143,8 223,5 392,3

2002

Jänner 2003 105,4 110,9 145,0 225,5 395,7

Februar 2003 105,5 111,0 145,2 225,7 396,0

März 2003 105,8 111,3 145,6 226,3 397,2

April 2003 105,7 111,2 145,4 226,1 396,8

Mai 2003 105,7 111,2 145,4 226,1 396,8

Juni 2003 105,9 111,4 145,7 226,5 397,5

Juli 2003 105,8 111,3 145,6 226,3 397,2

August 2003 106,1 111,6 146,0 226,9 398,3

September 2003 106,3 111,8 146,3 227,4 399,1

Oktober 2003 106,1 111,6 146,0 226,9 398,3

Die Werte für den jeweiligen Monat werden auch über den Tonbandkundendienst 01/1544 bekanntgegeben, bzw. finden Sie diese unter www.statistik.at.


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