Steuerberatung - Unternehmensberatung - Wirtschaftsprüfung

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TU-Journal Nr. 02/2004

INVESTITIONSZUWACHSPRÄMIE NUR MEHR BIS 31.12.2004

Die 10%ige Investitionszuwachsprämie steht heuer noch für alle bis zum 31.12.2004 getätigte Investitionen insoweit zu, als die Investitionen des Kalenderjahres 2004 den Durchschnitt der Investitionen der drei vergangenen Wirtschaftsjahre (im Normalfall die Jahre 2001 bis 2003) übersteigen. Für im Jahr 2004 neu gegründete Unternehmen steht daher die Investitionszuwachsprämie für alle begünstigten Investitionen des Jahres 2004 zu.

Begünstigt sind allerdings nur Investitionen in ungebrauchte, körperliche und abnutzbare Wirtschaftsgüter (zB neue Maschinen, Büroeinrichtung, Lagerausstattung, EDV, LKW). Investitionen in Grund und Boden (nicht abnutzbar), in Software (unkörperlich) und in gebrauchte Anlagen fallen nicht darunter. Ausgeschlossen sind weiters alle Gebäudeinvestitionen, der Erwerb von PKW und Kombis (ausgenommen Fahrschul-KFZ sowie JFZ, die zu mindestens 80 % der gewerblichen Personenbeförderung dienen, wie zB Taxi-Fahrzeuge, sowie im Ausland eingesetzte Anlagen. Begünstigt sind vorsteuerabzugsberechtigte KFZ, wie Voyager, Espace, etc und Außenanlagen, sowie Grundstückseinrichtungen.

TU-TIPP

Da die Prämie letztmalig beansprucht werden kann, zahlt es sich aus, Investitionen des Jahres 2005 vorzuziehen. Sollten Sie keine Investitionsprämie erhalten, da der Durchschnitt der letzten 3 Jahre zu hoch ist, bieten teilweise auch Leasinggesellschaften die Weitergabe der Investitionszuwachsprämie an. Für nähere Informationen steht Ihnen ihr Sachbearbeiter gerne zur Verfügung.

STEUERTIPPS ZUM JAHRESENDE

Alle Jahre wieder empfiehlt es sich, rechtzeitig vor dem Jahresende einen STEUER-CHECK zu machen: Wurden auch alle Möglichkeiten legaler steuerlicher Gestaltungen wirklich genutzt und nichts übersehen? Am 32. Dezember ist es zu spät!!

Investitionen:

Halbjahresabschreibung noch kurz vor Jahresende. Eine AFA kann bei Investitionen erst ab Inbetriebnahme angesetzt werden. Erfolgt die Inbetriebnahme noch kurz vor Jahresende, steht bei Gewinnermittlung nach dem Kalenderjahr noch die Halbjahresabschreibung zu.

Sofortabsetzung für GWG: Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis EUR 400,00 (exklusive Ust) können im Jahr der Anschaffung sofort abgesetzt werden.

Übertragung stiller Reserven:

Kapitalgesellschaften können stille Reserven aus Anlagenverkäufen nur mehr dann, wenn sie bis zum 31.12.2004 aufgedeckt werden, steuerschonend auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Neu-Investitionen des Jahres 2004 übertragen oder letztmalig einer steuerfreien Rücklage zuführen. Die steuerfreie Übertragungsrücklage kann innerhalb von 12 Monaten (in bestimmten Fällen 24 Monaten) nach der Veräußerung auch noch auf nach dem 31.12.2004 getätigte Investitionen übertragen oder im Jahr 2005 steuerwirksam (nur mehr 25 % Köst-Belastung) aufgelöst werden.

Steuersparen durch Vorziehen von Aufwendungen und Verschieben von Erträgen:

Einnahmen-Ausgaben-Rechner können ihr steuerpflichtiges Einkommen dadurch reduzieren, dass sie ihre Betriebsausgaben noch vor dem 31.12.2004 bezahlen und/oder ihren Kunden für die offenen Rechnungen Zahlungsziele bis nach dem 31.12.2004 einräumen. Beachten Sie dabei, dass regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben, welche 15 Tage vor oder nach dem Jahreswechsel zu- oder abfließen, dem Jahr zuzurechnen sind, zu dem sie wirtschaftlich gehören.

Optimale Vorbereitung von Kapitalgesellschaften auf die 25%ige Körperschaftsteuer

Auf Grund der Senkung des Körperschaftsteuersatzes ab 2005 auf 25 % sollten Kapitalgesellschaften danach trachten, den Gewinn 2004 durch Ausnützung aller Gestaltungen möglichst niedrig zu halten. So sollte etwa die Fertigstellung bzw Auslieferung größerer gewinnbringender Aufträge möglichst ins nächste Jahr verschoben werden. Andererseits sollten Aufwendungen, wie zB größere Reparaturen, noch heuer getätigt werden.

Steuerbegünstigung für nicht entnommene Gewinne

Die mit der ersten Etappe der Steuerreform 2004/05 eingeführte neue begünstigte Besteuerung nicht entnommener Gewinne von Personenunternehmen bis zu einem Höchstbetrag von € 100.000 pro Jahr und Betrieb (bzw Person) kann eine jährliche Steuerersparnis von bis zu € 25.000 bringen. Leider sind Freiberufler davon ausge要ommen.

TU-TIPP

Um die Begünstigung optimal zu nutzen, sollten alle Einzelunternehmer und Personengesellschaften rechtzeitig ihren voraussichtlichen Gewinn 2004 hochrechnen und die bisherigen Entnahmen (zu denen auch die privaten Steuerzahlungen gehören!) feststellen. Das Gewinn- bzw Entnahmeoptimum ist dann erreicht, wenn die Begünstigungsgrenze von € 100.000 voll ausgeschöpft wird: Liegt der voraussichtliche Gewinn 2004 unter € 100.000, sollte daher nach Möglichkeit im Jahr 2004 nichts entnommen werden (was allerdings wohl nur dann geht, wenn man von anderen Einkünften oder privaten Reserven leben kann); bei einem voraussichtlichen Gewinn von über € 100.000 sollte der diesen Höchstbetrag übersteigende Gewinn jedenfalls noch vor Jahresende ins Privatvermögen entnommen werden

Forschungsfreibetrag oder Forschungsprämie

Der Forschungsfreibetrag "neu" beträgt 25%, die alternativ mögliche Forschungsprämie beträgt 8%. Gefördert werden generell Aufwendungen "zur Forschung und experimentellen Ent趴icklung" (dh sowohl Grundlagenforschung als auch angewandte und experimentelle Forschung im Produktions- und Dienstleistungsbereich, zB auch Aufwendungen für bestimmte Softwareentwicklungen und grundlegend neue Marketingmethoden).

Für durch das BMWA bescheinigte Aufwendungen für volkswirtschaftlich wertvolle Erfindungen kann nach wie vor der "alte" FFB von 25 % geltend gemacht werden, der sich insoweit auf 35 % erhöht, als der Forschungsaufwand im Vergleich zum Durchschnitt der letzten drei Jahre gestiegen ist.

TU-TIPP

Beim FFB "neu" bzw bei der Forschungsprämie sind im Gegensatz zum FFB "alt" auch die Ausgaben für nachhaltig für die Forschung eingesetzte Anlagen begünstigt.

Bildungsfreibetrag oder Bildungsprämie

Zusätzlich zu den für die Mitarbeiter aufgewendeten externen Aus- und Fortbildungskosten können Unternehmer noch einen Bildungsfreibetrag von 20% der Kosten geltend machen. Für innerbetriebliche Aus- und Fortbildungseinrichtungen können die Aufwendungen nur bis zu einem pauschalierten Höchstsatz von € 2.000 pro Tag als Basis herangezogen werden.

TU-TIPP

Alternativ zum BFB für externe Aus- und Fortbildungskosten kann eine 6%ige Bildungsprämie geltend gemacht werden, die vom Finanzamt per Gutschrift ausbezahlt wird.

Lehrlingsprämie € 1000,00 für jeden noch 2004 eingestellten Lehrling

Wer heuer noch Lehrlinge einstellt, kann sich für jeden Lehrling noch € 1.000 steuerfreie Lehrlingsausbildungsprämie vom Finanzamt holen. Diese Prämie steht überdies in weiterer Folge in jedem Kalender- bzw Wirtschaftsjahr zu, in dem das Lehrverhältnis aufrecht ist. Voraussetzung für die Prämie ist, dass das Lehrverhältnis nach der Probezeit in ein definitives Lehrverhältnis umgewandelt wird.

Unternehmensstruktur für die ab 2005 geltende Gruppenbesteuerung vorbereiten

Mit der Steuerreform 2005 wurde mit Wirkung ab 2005 eine moderne Gruppenbesteuerung eingeführt. Diese ermöglicht die steuerliche Zusammenfassung aller zu einer Unternehmensgruppe gehörenden selbständigen Kapitalgesellschaften (erforderliche Mindestbeteiligung mehr als 50%). Der Vorteil der Gruppenbesteuerung besteht vor allem darin, dass Gewinne und Verluste innerhalb der Gruppe sofort ausgeglichen werden können. Auch Verluste ausländischer Tochtergesellschaften können über die Gruppenzugehörigkeit im Inland verwertet werden. Für einen optimalen Start in die Gruppenbesteuerung sollte bei allen aus mehreren Kapitalgesellschaften bestehenden Unternehmen rechtzeitig vor Jahresende überprüft werden, ob die Voraussetzungen für die Gruppenbildung ab 1.1.2005 gegeben sind.

TU-TIPP

Mit der Gruppenbesteuerung wird beim Erwerb von Beteiligungen an inländischen Kapitalgesellschaften ab 2005 auch eine Firmenwertabschreibung eingeführt. Zur Sicherung der Firmenwertabschreibung sollten geplante Beteiligungserwerbe erst nach dem 31.12.2004 realisiert werden.

Weihnachtsgeschenke bis maximal € 186,00 steuerfrei

(Weihnachts-)Geschenke an Arbeitnehmer sind innerhalb eines Freibetrages von € 186 jährlich lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn es sich um Sachzuwendungen handelt (zB Warengutscheine, Goldmünzen). Geldgeschenke sind immer steuerpflichtig.

Achtung: Wenn die Geschenke an Dienstnehmer über bloße Aufmerksamkeiten (zB Bücher, CDs, Blumen) hinausgehen, besteht Umsatzsteuerpflicht.

Betriebsveranstaltungen (zB Weihnachtsfeiern) bis € 365,00 pro Dienstnehmer steuerfrei

Für die Teilnahme an Betriebsveranstaltungen (zB Betriebsausflug, Weihnachtsfeier) gibt es pro Arbeit要ehmer und Jahr einen Steuerfreibetrag von € 365. Denken Sie bei der betrieblichen Weihnachts苯eier daran, dass alle Betriebsveranstaltungen des ganzen Jahres zusammengerechnet werden. Ein eventueller Mehrbetrag ist steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Mitarbeiterbeteiligung bis € 1460,00 steuerfrei

Für den Vorteil aus der unentgeltlichen oder verbilligten Abgabe von Beteiligungen am Unter要ehmen des Arbeitgebers oder an mit diesem verbundenen Konzern赴nternehmen besteht ein Freibetrag von € 1.460. Der Vorteil muss allen Arbeitnehmern oder einer bestimmten Gruppe zukommen; die Beteiligung muss länger als 5 Jahre gehalten werden.

Optimale Ausnutzung des Jahressechstels mit 6 % Lohnsteuer

Wenn neben den regelmäßigen Monatsbezügen noch andere Bezüge (wie zB Überstunden赳ergütungen, Nachtarbeitszuschläge, Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen etc) zur Auszahlung oder etwa Sachbezüge nur zwölfmal jährlich zur Verrechnung gelangen, dann wird das Jahressechstel durch Urlaubs- und Weihnachtsgeld in Höhe des Normalbezuges nicht optimal ausgenutzt. In diesem Fall könnte in Höhe des restlichen Jahressechstels noch eine Prämie ausbezahlt werden, die nur mit 6% versteuert werden muss.

Ende der Aufbewahrungspflicht für Bücher und Aufzeichnungen aus 1997

Zum 31.12.2004 läuft die 7-jährige Aufbewahrungspflicht für Bücher, Aufzeichnungen, Belege und Geschäftspapiere des Jahres 1997 aus. Diese können daher ab 1.1.2005 vernichtet werden. Beachten Sie aber, dass die Unterlagen dann weiter aufzubewahren sind, wenn sie in einem anhängigen Berufungsverfahren von Bedeutung sind, dass Aufzeich要ungen und Unterlagen, die Grundstücke betreffen, wegen allfälliger Vorsteuer訃ückver訃echnungen 12 Jahre aufbewahrungs計flichtig sind und dass laut HGB Unterlagen dann weiter aufzubewahren sind, wenn sie für ein anhängiges gerichtliches oder behördliches Verfahren, in dem Ihnen Parteistellung zukommt, von Bedeutung sind.

Falls der Papierberg zu groß wird, kann man die Buchhaltungsunterlagen platzsparend auch elektronisch archivieren. Beachten Sie dabei, dass für auf Datenträgern gespeicherte Buch虐altungsunterlagen die inhaltsgleiche, vollständige und geordnete Wiedergabe bis zum Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist jederzeit gewährleistet sein muss.



VERBRAUCHERPREISINDEX

VPI VPI VPI VPI VPI

2000=100 1996=100 1986=100 1976=100 1966=100

Jahres- durchschnitt 2003 105,9 111,4 145,8 226,6 397,7

März 2004 107,4 113,0 147,8 229,7 403,2

April 2004 107,4 113,0 147,8 229,7 403,2

Mai 2004 107,9 113,5 148,5 230,8 405,1

Juni 2004 108,3 113,9 149,0 231,7 406,6

Juli 2004 108,1 113,7 148,7 231,2 405,8

August 2004 108,5 114,1 149,3 232,1 407,3

September 2004 108,5 114,1 149,3 232,1 407,3

Die Werte für den jeweiligen Monat werden auch über den Tonbandkundendienst 01/1544 bekanntgegeben, bzw. finden Sie diese unter www.statistik.at.


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