Steuerberatung - Unternehmensberatung - Wirtschaftsprüfung

TREUHAND-UNION Österreich

Steuerberatung - Unternehmensberatung - Wirtschaftsprüfung

TU-Journal Nr. 03/2005

Änderungen für Kapitalgesellschaften per 01.01.2005

Gruppenbesteuerung

Der 01.01.2005 brachte nicht nur für natürliche Personen mit der Änderung des Einkommensteuer- bzw. Lohnsteuertarifs eine Entlastung, sondern vor allem für Kapitalgesellschaften mit der Absenkung des Körperschaftsteuersatzes von 34 % auf 25 %.

Die zweite wesentliche Änderung für Kapitalgesellschaften ist die Einführung der Gruppenbesteuerung. Durch die Gruppenbesteuerung werden die steuerlichen Ergebnisse finanziell verbundener Unternehmen zusammengefaßt und gemeinsam versteuert. Dadurch ist es z.B. möglich, Verluste einer Tochtergesellschaft bei der profitablen Muttergesellschaft sofort zu verwerten. Ansonsten müsste man darauf warten, dass auch die Tochtergesellschaft wieder Gewinne schreibt, um die Verluste auszugleichen.

Die wichtigsten Voraussetzungen zur Inanspruchnahme dieser Begünstigung sind: eine Beteiligung mit mehr als 50 % und der Abschluß eines sogenannten "Gruppenvertrages" für zumindest drei Jahre.

Durch diese neue Bestimmung können auch Verluste von ausländischen Tochtergesellschaften durch inländische Muttergesellschaften verwertet werden.

TU-Tipp:

Durch diese Neuerung ergeben sich auch interessante Gestaltungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb einer Kapitalgesellschaft. Die Experten der Treuhand-Union beraten Sie gerne.

Anhebung der Größenklassen

Eine weitere Neuerung mit Wirkung ab 01.01.2005 ist die Anhebung der Größenmerkmale für Kapitalgesellschaften. Diese sind unter anderem dafür ausschlaggebend, ob man prüfungspflichtig ist, einen erweiterten Anhang erstellen muß bzw. welche Unterlagen man gegenüber dem Firmenbuch offenzulegen oder ob man gar den Abschluß im Amtsblatt zu veröffentlichen hat.

Kriterien Größenklassen bis 31.12.2004 Größenklassen ab 1.1.2005
klein mittelgroß groß klein mittelgroß groß
Bilanzsumme < 3,125 Mio 3,125 - 12,50 Mio > 12,50 Mio < 3,65 Mio 3,65 - 14,60 Mio > 14,60 Mio
Umsatzerlöse < 6,25 Mio 6,25 - 25 Mio > 25 Mio < 7,30 Mio 7,30 - 29,20 Mio > 29,20 Mio
Anz. d. Dienstn. < 50 50 - 250 > 250 < 50 50 - 250 > 250

Sobald zwei der drei Kriterien in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren überschritten wurden, fällt die Kapitalgesellschaft in die nächste Größenklasse mit allen damit verbundenen Konsequenzen.

TU-Tipp:

Durch Änderung des Bilanzstichtages kann ein eventuelle Prüfungspflicht vermieden werden. So kann der Bilanzstichtag zu einem Zeitpunkt angesetzt werden, an dem der Lagerbestand sehr niedrig ist und damit auch die Bilanzsumme. Wenn dann noch ein zweites Merkmal unterschritten wird, kann man so der Pflichtprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer entgehen. Ihr Betreuer der Treuhand Union steht für genauere Details gerne zur Verfügung.

Rückvergütung der Mineralölsteuer für Landwirte

Seit 01.01.2005 gibt es für Landwirte die Möglichkeit der Rückvergütung der Mineralölsteuer. Damit wird der Steuersatz des in der Landwirtschaft verwendeten Diesels auf das Niveau von Heizöl extraleicht gesenkt. Konkret stehen zwei Möglichkeiten zur Rückvergütung offen:

- Pauschalvergütung mit einem Hektarsatz (z.B. 130 Liter/ha im Weinbau)

- Nachweis des tatsächlichen Verbrauchs

Die zweite Variante erfordert umfangreiche Aufzeichnungen über Fahrzeuge, Betriebsstunden am Jahresanfang bzw. -ende, etc. Nähere Details erfahren Sie von Ihrem Betreuer.

Dienstgeber-Information

Ferialpraktikant - Volontär - Ferialdienstnehmer

Rechtzeitig vor dem Schulschluß ein kurzer Überblick über die Beschäftigung von Schülern bzw. Studenten als "Ferialpraktikanten":

Echte Ferialpraktikanten sind nur jene Schüler und Studenten, welche aufgrund des Lehrplans verpflichtet sind, ein Praktikum in einem Betrieb zu absolvieren. Da der Lernzweck im Vordergrund steht, sind echte Ferialpraktikanten nicht an Weisungen und Betriebszeiten gebunden. Sie müssen sich jedoch an betriebliche Ordnungs- und Sicherheitsvorschriften halten. Ob ein Entgelt bezahlt wird bzw. wie hoch dieses ist, unterliegt grundsätzlich der freien Vereinbarung. Bei der Höhe sind jedoch etwaige kollektivvertragliche Regelungen zu beachten - meist wird ein Entgelt in Höhe der Lehrlingsentschädigung des letzten Lehrjahres vereinbart. Übersteigt das Entgelt die Geringfügigkeitsgrenze, sind sie voll pflichtversichert, ansonsten nur unfallversichert.

Die meisten Schüler bzw. Studenten arbeiten als Ferialarbeitnehmer. Sie wollen in ihren Ferien Geld verdienen und sind daher wie "normale" Dienstnehmer zu behandeln. Sie sind an Betriebszeiten und Weisungen gebunden und haben Anspruch auf ein Gehalt. Bei Übersteigen der Geringfügigkeitsgrenze sind sie ebenfalls voll pflichtversichert, ansonsten wieder nur unfallversichert.

Volontäre sind Schüler oder Studenten, welche ohne Verpflichtung durch einen Lehrplan ein Praktikum bei einem Betrieb zu Weiterbildungszwecken absolvieren. Volontäre sind im Prinzip wie Ferialpraktikanten zu behandeln. Sind sie jedoch in den Betrieb eingegliedert und an Arbeitszeiten gebunden, so sind sie als Ferialdienstnehmer einzustufen und entsprechend zu behandeln.

Alterteilzeit - Pensionierung

Seit 01.01.2000 gibt es die Möglichkeit, Altersteilzeitgeld für Dienstnehmer ab einem bestimmten Alter zu beantragen, welches dann bis zur Pensionierung ausbezahlt wird. Sobald ein Pensionsanspruch besteht, stellt das AMS die Auszahlung des Altersteilzeitgeldes ein. D.h. spätestens zu diesem Zeitpunkt besteht die Möglichkeit zum Bezug einer vorzeitigen bzw. normalen Alterspension. Um keine Antragsfristen zu versäumen, sollte man den bereits vor Antritt der Altersteilzeit von der Pensionsversicherungsanstalt genannten vorläufigen Pensionsantrittsstichtag rechtzeitig überprüfen lassen.

Meist hat man im Zeitpunkt der Einstellung des Altersteilzeitgeldes noch nicht das "normale" Pensionsalter von 60 für Frauen bzw. 65 für Männer erreicht. Trotzdem empfiehlt es sich meist nicht weiterzuarbeiten, sondern - trotz Abschlägen von bis zu 10 % - in Pension zu gehen, da die Vorteile (geringfügig höhere Pension) die Nachteile (Wegfall der geförderten Altersteilzeit und damit verbunden die Abfuhr der Sozial- und Lohnabgaben) meist nicht kompensieren. Jeder Einzelfall ist jedoch individuell zu beurteilen.

Expansion in die neuen EU-Länder

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen in der Slowakei

Eine wirtschaftliche Betätigung in der Slowakei hat sehr ähnliche gesellschaftsrechtliche Rahmenbedingungen wie in Österreich. Die Personengesellschaften (VOS und KS) entsprechen unserer OHG und KG weitgehend. Eine GmbH nennt man in der Slowakei SRO (Mindeststammkapital ca. € 6.000,--); die Aktiengesellschaft wird als AS bezeichnet und erfordert ein Mindestnennkapital von etwa €27.000,--. Es ist aber auch jederzeit möglich, als Einzelunternehmer tätig zu werden.

Die steuerliche Bemessungsgrundlage, der Gewinn, unterscheidet sich etwas von jenem in Österreich, wobei grundsätzlich eine doppelte Buchführung vorgeschrieben ist. Nur für Einzelunternehmer gibt es eine Ausnahme. Auch Pauschalierungen sind möglich (z.B. für Handwerker 60 % Betriebsausgaben zuzüglich Sozialversicherung).

Auf die obige Bemessungsgrundlage ist der einheitliche Steuersatz von 19 % anzuwenden. Die ersten € 2.000,-- bleiben steuerfrei (gilt nur für physische Personen - dieses steuerfreie Minimum wird jedes Jahr valorisiert). Der Steuersatz von 19 % gilt sowohl bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften, als auch Kapitalgesellschaften. Die Auszahlung des Gewinnes an den Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft wird in der Slowakei nicht weiter besteuert. Aber Achtung! Wenn ein in Österreich unbeschränkt Steuerpflichtiger Dividenden aus der Beteiligung an einer slowakischen SRO bekommt, dann sind diese in Österreich sehr wohl steuerpflichtig. Dies gilt auch für Gewinnauszahlungen an Kommanditisten.

Bei Kapitalgesellschaften geht die unbeschränkte Steuerpflicht grundsätzlich nach dem Sitz der Gesellschaft. Weicht der Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung vom Sitz der Gesellschaft ab, dann wird dieser für die Zuordnung der unbeschränkten Steuerpflicht herangezogen. Auf diese Art kann eine in der Slowakei eingetragene SRO ohne weiteres in Österreich steuerpflichtig werden.

Die steuerlich anerkannte Nutzungsdauer für Wirtschaftsgüter beträgt 4 bis 20 Jahre, wobei alle Wirtschaftsgüter einer von 4 Gruppen zugeordnet werden. So werden z.B. PKW auf 4 Jahre und Gebäude auf 20 Jahre abgeschrieben. Forderungen, die mehr als 1 Jahr überfällig sind, können - auch mit steuerlicher Wirkung - mit 100 % wertberichtigt werden.

Alle diese steuerlichen Anreize haben manche Unternehmer zu Überlegungen veranlaßt, die Besteuerung der Gewinne in die Slowakei zu verlagern. Wenn solche Aktionen nur aus steuerlichen Gründen erfolgen, sind sie meistens zum Scheitern verurteilt. Solange nicht eine tatsächliche wirtschaftliche Tätigkeit in der Slowakei entfaltet wird, werden die österreichischen Finanzbehörden leicht die verlagerten Gewinne wieder in die österreichische Besteuerung zurückholen. Beurteilt jedoch jemand den slowakischen Markt (Konsumenten oder Arbeitskräfte) als interessant und entwickelt daher auch eine tatsächliche wirtschaftliche Tätigkeit, dann handelt es sich sicher um ein sehr interessantes Land.

Die Treuhand-Union ist mit ihren Beteiligungen auch in der Slowakei vertreten. Der slowakische Partner der Treuhand-Union spricht gut deutsch und hilft Ihnen gerne weiter.

Verbraucherpreisindex:

Monat Jahr
(2000=100) (1996=100) (1986=100) (1976=100) (1966=100)
Jänner 2005 109,7 115,4 150,9 234,6 411,8
Februar 2005 110,0 115,7 151,4 235,3 412,9
März 2005 110,5 116,2 152,0 236,4 414,8
April*) 2005 110,2 115,9 151,6 235,7 413,7

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