Steuerberatung - Unternehmensberatung - Wirtschaftsprüfung

TREUHAND-UNION Österreich

Steuerberatung - Unternehmensberatung - Wirtschaftsprüfung

TU-Journal Nr. 04/2005

Finanzamt und Steuern

Ärzte und GmbH

Nach der Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 34% auf 25 % gibt es Modelle, dass Ärzte eine Betriebs-GmbH gründen, welche alle notwendigen Investitionen (Errichtung des Gebäudes, Anschaffung der Ordinationseinrichtung, Anschaffung aller Geräte, etc.) durchführt und anschließend alles an den/die beteiligten Ärzte vermietet. Daraus sollen sich in Summe Vorteile ergeben:

Insgesamt ergibt sich bei Entnahme der Gewinne ein Steuersatz von 43,75 %. Bleibt das Geld in der GesmbH, um weitere Investitionen zu tätigen, fallen nur 25 % an.

Investitionen in die Ordination werden vorsteuerabzugsberechtigt. Dies wirkt sich natürlich positiv auf die benötigte Finanzierung aus, da sich das Kreditvolumen um rund 17 % verringert.

Entscheidender Nachteil:

Für die Miete der Betriebs-GmbH muss 20 % Umsatzsteuer ans Finanzamt bezahlt werden, die nicht abzugsfähig ist. Wie genaue Berechnungen unsererseits gezeigt haben, ist dieser Umsatzsteuernachteil auf Dauer meistens höher als die Ersparnis an Zinsen, Vorsteuerabzug und dem niedrigeren Gewinn-Steuersatz. Selbst bei großen Investitionen sind auch die zusätzlichen Verwaltungskosten nur selten hereinzubekommen.

TU-Tipp:

Vor Eröffnung einer neuen Praxis oder vor Tätigung einer größeren Investition sollten Sie mit Ihrem Experten von der Treuhand-Union die steuerliche Optimierung besprechen, da zur Beurteilung der Vorteilhaftigkeit jeder Fall einzeln durchgerechnet werden muß

Meldung von Zinsgutschriften an das Wohnsitzfinanzamt

Seit 1. Juli 2005 haben sich in der sogenannten EU-Zinsrichtlinie bis auf Österreich, Belgien und Luxemburg alle anderen 22 EU-Mitgliedsstaaten zu einem gegenseitigen Informationsaustausch von Zinserträgen privater Anleger verpflichtet. Kreditinstitute dieser 22 Staaten müssen Zinserträge, die einem EU-Ausländer ab dem 1. Juli 2005 gutgeschrieben werden, an die Steuerbehörden melden. Damit erhalten die Finanzbehörden Informationen über ausländische Konten und die darauf gutgeschriebenen Zinserträge. Nicht gemeldet werden Zinserträge von juristischen Personen (z.B. GmbH, AG, Verein, etc.) bzw. Dividendenerträge aus Aktien und Zinsen aus Lebensversicherungen. Wenn unklar ist, ob Zinserträge unter die Richtlinie fallen, hilft eine Anfrage beim Kreditinstitut.

Von den drei nicht meldepflichtigen EU-Staaten Österreich, Belgien und Luxemburg wird eine Kapitalertragsteuer von den Zinsen eingehoben. Diese beträgt für 2005 - 2007: 15 %, für 2008 - 2010: 20 % und ab 2011: 35 %. Einige Nicht-EU-Staaten, wie die Schweiz, Monaco, Liechtenstein, Andorra, San Marino etc. haben ebenfalls diesen Quellensteuer-Abzug vorgesehen.

Überprüfung der Buchhaltung mittels EDV durch Betriebsprüfung

Wie bereits im TU-Journal 2/05 erwähnt, ist der Unternehmer verpflichtet, der Finanz sämtliche Daten, die elektronisch aufgezeichnet werden, in einem bestimmten Format zur Verfügung zu stellen. Immer wieder kommt es vor, dass ein Unternehmen seine Software wechselt und bei einer eventuellen BP ein, zwei Jahre später keine lesbaren Daten mehr vorhanden sind. Man sollte daher darauf achten, dass jährlich zumindest einmal die Daten in einem für die Finanz lesbaren Format gesichert werden, um der Finanzverwaltung keinen Anlass für eine Schätzung zu geben.

TU-Tipp:

Bitte verständigen Sie uns vor einem Wechsel der Software, damit wir überprüfen können, ob alle für eine mögliche Betriebsprüfung notwendigen elektronischen Daten vorhanden sind.

Nachbescheidkontrolle

Seit zwei Jahren sind wir verpflichtet, Ihre Steuererklärungen elektronisch beim Finanzamt einzureichen. Durch diese elektronische Einreichung wird das Verfahren für das Finanzamt insoweit vereinfacht, als die Finanzverwaltung die bisher mittels Papier eingereichten Steuererklärungen nicht mehr manuell eingeben muss. Der positive Nebeneffekt ist, dass in 75 % der Fälle innerhalb von Tagen ein automatisch erstellter Bescheid vom Finanzamt kommt, der mit der Erklärung übereinstimmt. Damit ist das Verfahren jedoch nicht abgeschlossen.

Diese automatisch erstellten Bescheide werden von den Beamten erst später kontrolliert. Bei Abweichungen zu den Vorjahren (z.B. hohe Reiseaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr) bzw. bei zu geringen Privatentnahmen kommt es seitens des Finanzamtes - oft erst nach einem halben Jahr oder länger - zu Rückfragen und eventuell auch zu Änderungen des Bescheides. D.h. auch nach Vorliegen des Bescheides und nach Ablauf der einmonatigen Berufungsfrist kann die Finanzverwaltung einen Bescheid noch aufheben und ändern!!

Für Unternehmer zu beachten:

Zahlscheinwerbung

Verschiedene amtlich erscheinende Register wie die "ÖHG Öffentliches Handels- und Gewerberegister" oder auch "ÖGH Öffentliches Gewerbe- und Handelsregister" senden bei Neugründung oder Erweiterung eines Gewerbes amtlich aussehende Inseratbestellungen zu. Mache Unternehmer werden getäuscht und erkennen nicht, dass es sich hierbei um eine freiwillige Werbeeinschaltung und um keine Pflichteinschaltung in ein amtliches Register handelt. Mit Einzahlung des Betrages gilt aber der Vertrag gleich auch für die Zukunft und müsste extra fristgerecht gekündigt werden.

Diese unerlaubte Praktik wird fortgesetzt, obwohl es bereits eine klare Entscheidung des Obersten Gerichtshofes (5.11.2002, 4 Ob 198/02z) gibt, wo festgestellt wird, dass dies eine irreführende Erlagscheinwerbung darstellt. Unsere Empfehlung ist, dass Sie den Zahlschein nur dann einzuzahlen, wenn Sie diese Art der Bewerbung Ihres Betriebes tatsächlich wünschen. Falls Sie irrtümlich eingezahlt haben, sollten Sie sich an einen Anwalt wenden oder unter Hinweis auf die Judikatur irrtümlich bezahlte Einschaltungen zurückverlangen. Leider sind derlei Klagen oft zwecklos, da solche Firmen ihren Sitz meist im Ausland haben und genauso schnell verschwinden, wie sie aufgetaucht sind.

TU-Tipp:

Wenn Sie unsicher sind, ob es sich bei einen eingegangen Zahlschein, um eine Zahlscheinwerbung oder um einen "amtlichen" Zahlschein vom Firmenbuchgericht oder einer sonstigen Behörde handelt, zeigen Sie diesen Ihrem Betreuer von der TU. Prüfen Sie Ihr internes Kontrollsystem, ob solche vermeidbare Aufwendungen herausgefiltert werden.

Neue Bestimmungen für Websites und Newsletter

Mit 1. Juli 2005 brachte eine Novelle des Mediengesetzes neue Verpflichtungen für die Betreiber elektronischer Newsletter und Websites. Das Gesetz unterscheidet zwischen kleinen und großen Websites. Kleine Websites sind solche, die nur das eigene Unternehmen und dessen Produkte darstellen (Details siehe Mediengesetz); große Websites hingegen sind solche, deren Inhalte geeignet sind, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Je nachdem, ob man eine kleine oder große Website betreibt oder Newsletter zumindest viermal im Kalenderjahr verschickt, sind unterschiedliche Angaben zum Herausgeber anzuführen. Bei kleinen Websites zum Beispiel Name, Unternehmensgegenstand, Sitz. Zusätzliche Offenlegungspflichten betreffen Betreiber großer Websites und Herausgeber eines Newsletters.

TU-Tipp:

Die Wirtschaftskammer bietet ihren Mitgliedern kostenlos an, diesen Offenlegungspflichten für Sie nachzukommen. Tragen Sie Ihre Unternehmensdaten auf der Website www.wko.at ein und erstellen Sie einen Link von Ihrer Homepage zu Ihren Firmendaten im Wirtschaftskammer-Register.

Elektroaltgeräteverordnung

Ab 13. August 2005 können Letztverbraucher Elektroaltgeräte unentgeltlich bei kommunalen Sammelstellen bzw. bei - teilweise erst in Gründung befindlichen - Sammel- und Verwertungssystemen zurückgeben.

Wenn Zug um Zug ein neues Elektrogerät gekauft wird, sind auch Einzelhändler (Elektrogerätehändler, Computerhändler, Bürosystemehändler, etc.) zur kostenlosen Rücknahme von Altgeräten verpflichtet. Zur Rücknahme verpflichtete Einzelhändler wiederum können diese Altgeräte bei kommunalen Sammelstellen kostenlos zurückgeben. Ausgenommen von dieser Verpflichtung sind Einzelhändler mit einer Verkaufsfläche von weniger als 150 m.

Weiters tritt ab 13. August 2005 auch eine Kennzeichnungspflicht für jene Produkte ein, die aus einem Nicht-EU-Mitgliedsstaat importiert wurde. Diese sind mit einer durchgestrichenen Mülltonne zu kennzeichnen.

Die Kosten für dieses neue Rücknahmesystem tragen Importeure und Hersteller, welche einen Vertrag mit einem der Sammel- und Verwertungssysteme abschließen müssen.

TU-Tipp:

Prüfen Sie durch Rückfrage bei der Wirtschaftskammer, ob Ihre Produkte unter die Elektroaltgeräteverordnung (EAG-VO) fallen bzw. prüfen Sie Angebote und Preise der verschiedenen Sammel- und Verwertungssysteme bezüglich eines Vertrages, mit dem Sie die Vorgaben der Verordnung erfüllen.

Verbraucherpreisindex:

Monat Jahr
(2000=100) (1996=100) (1986=100) (1976=100) (1966=100)
Jänner 2005 109,7 115,4 150,9 234,6 411,8
Februar 2005 110,0 115,7 151,4 235,3 412,9
März 2005 110,5 116,2 152,0 236,4 414,8
April*) 2005 110,2 115,9 151,6 235,7 413,7
Mai 2005 110,4 116,1 151,9 236,1 414,4
Juni 2005 110,8 116,6 152,5 237,0 415,9
Juli 2005 110,5 116,2 152,0 236,4 414,8

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