Steuerberatung - Unternehmensberatung - Wirtschaftsprüfung

TREUHAND-UNION Österreich

Steuerberatung - Unternehmensberatung - Wirtschaftsprüfung

TU-Journal Nr. 05/2005

Finanzamt und Steuern

Erhöhung Kilometergeld und Pendlerpauschale

Die österreichische Bundesregierung hat sich nun doch noch entschlossen, "tief" in den Budgettopf zu greifen, um die Pendler zu entlasten:

Einerseits wird die Pendlerpauschale um 10 % erhöht, egal ob es sich um eine "kleine" oder "große" Pendlerpauschale handelt.

Andererseits wird das amtliche Kilometergeld um 2 Cent von € 0,356 auf € 0,376 erhöht.

Die Erhöhung der Pendlerpauschale gilt ab 01.01.2006, die Erhöhung des Kilometergeldes ab 28.10.2005.

Hochwasserhilfe seitens des Finanzministeriums

Nach der Hochwasserkatastrophe dieses Sommers hat die Regierung folgende steuerliche Maßnahmen zur Entlastung der Betroffenen beschlossen:

Vorzeitige Abschreibung von 12 % bei der Herstellung von Gebäuden bzw. 20 % bei sonstigen Wirtschaftsgütern. Alternativ kann für Gebäude eine Prämie von 5 % bzw. für sonstige Wirtschaftsgüter eine Prämie von 10 % geltend gemacht werden; für juristische Personen (GesmbH, AG, Vereine, etc.) reduziert sich diese Prämie auf 3 % bzw. 5 %.

Empfänger von Geld- oder Sachspenden müssen dafür keine Einkommen- oder Schenkungssteuer bezahlen

Spenden von Waren und Geld sind als Betriebsausgaben abzugsfähig, soweit für das Unternehmen ein Werbeeffekt gegeben ist. D.h. es muß unbedingt auf etwaige Spenden auf der Homepage, in Zeitungen, in Rundschreiben, in den Geschäftsräumlichkeiten bzw. im Schaufenster, etc. hingewiesen werden. Davon sollten zu Zwecken der Beweissicherung Fotos, etc. gemacht werden.

Im Zuge der Hochwasserkatastrophe zerstörte Wirtschaftsgüter im Privatbereich können in Höhe der tatsächlichen Kosten als außergewöhnliche Belastungen (ohne Selbstbehalt) steuermindernd berücksichtigt werden.

Ersatzbeschaffung von Dokumenten ist gebührenfrei.

Kredite oder Darlehen zur Beseitigung finanzieller Engpässe sind von der Kreditsteuer befreit.

Befreiung von der Grunderwerbsteuer, wenn ein Ersatzgrundstück angeschafft und der Wohnsitz oder der Betrieb innerhalb von 4 Jahren auf das Ersatzgrundstück verlegt wird. Begrenzt ist die Befreiung mit dem Wert des betroffenen Grundstückes vor Eintritt der Katastrophe.

Prämie für zusätzliche Lehrplätze ("Blum-Prämie")

Auf Initiative des Regierungsbeauftragten Egon Blum werden ab 01.09.2005 zusätzliche Lehrplätze vom AMS mit fixen Sätzen gefördert: wer im Vergleich zum 31.12.2004 mehr Lehrlinge beschäftigt, erhält € 400,-- monatlich im ersten, € 200,-- monatlich im zweiten, und € 100,-- monatlich im dritten Lehrjahr an Förderung. Der Lehrlingsstand muß jedoch auch im zweiten und dritten Lehrjahr höher sein als jener zum 31.12.2004. Weiters muss der Lehrling vorher beim AMS als lehrstellensuchend gemeldet gewesen sein, wobei schon ein Zeitraum von wenigen Tagen genügt. Der Antrag auf Förderung wird beim AMS, mit Meldung der Einstellung des neuen Lehrlings, gestellt. Zu beachten ist jedoch, dass das AMS einzelne Berufe aus dem Förderprogramm ausschließen kann.

TU-TIPP:

Bitte kontaktieren Sie Ihren Betreuer vor Aufnahme eines neuen Lehrverhältnisses, um abzuklären, ob eine Förderung zusteht.

Neuigkeiten zum Thema AUTO:

Privatnutzung eines Dienstwagens durch Gesellschafter-Geschäftsführer

Für "normale" Dienstnehmer wird die Privatnutzung eines Firmenwagens mit den festgelegten Sachbezugswerten (1,5 % der Anschaffungskosten des Autos, maximal € 600,-- pro Monat) festgelegt und dieser Wert der Sozialversicherung und Einkommensteuer unterzogen.

Bis vor kurzem wurde obige Regelung auch für Gesellschafter-Geschäftsführer, die keine Dienstnehmer sind, angewandt. Der Verwaltungsgerichtshof vertritt nun die Meinung, dass bei wesentlich (mit mehr als 25 %) beteiligten Gesellschafter-Geschäftsführern nicht die Sachbezugswerte herangezogen werden dürfen. Es ist vielmehr (wie bei Einzelunternehmen) ein Privatanteil von den abgesetzten Kosten anzusetzen.

Steuerfreie Vergütung von Kilometergeld nur bis 30.000 km

Bereits bis jetzt konnten Unternehmer Kilometergeld nur bis zu einer Grenze von 30.000 km pro Jahr geltend machen. Bei einer Kilometerleistung von mehr als 30.000 km konnten nur die tatsächlichen Kosten (Treibstoff, Reparaturen, Versicherung, Abschreibung, etc.) in Abzug gebracht werden.

Laut einem Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs gilt diese Regelung auch für Arbeitnehmer. D.h. wenn für mehr als 30.000 km Kilometergeld beantragt wird, muß auch ein Arbeitnehmer die tatsächlichen Kosten nachweisen.

TU-Tipp:

Als Gesellschafter-Geschäftsführer sollten Sie sich durchrechnen, ob es bei einem Kraftfahrzeug, welches auch privat genutzt wird, günstiger ist, das amtliche Kilometergeld zu verrechnen und das Kraftfahrzeug privat anzuschaffen, oder das Kraftfahrzeug betrieblich anzuschaffen, alle Aufwendungen in der Gesellschaft abzusetzen, und dann einen Privatanteil dieser Aufwendungen auszuscheiden. Vor einer Neuanschaffung eines auch privat genutzten Kraftfahrzeuges sollten Sie sich jedenfalls mit Ihrem Betreuer bei der TREUHAND-UNION in Verbindung setzen.

Arbeits- und Sozialversicherungsrecht:

Höchststrafen nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz

Im Rahmen einer Gesetzesänderung wurden die Höchststrafen für die Beschäftigung von illegalen Ausländern verdoppelt. Die Höchststrafe für die unberechtigte Beschäftigung von Ausländern beträgt künftig pro Ausländer € 10.000,-- (höchstens drei Personen). Werden mehr als drei illegale Ausländer angetroffen, sind es € 20.000,-- je Ausländer. Im Wiederholungsfall erhöhen sich diese Beträge auf € 20.000,-- bzw. € 50.000,--

Service Entgelt für die E-Card

Seit Mitte dieses Jahres wird die E-Card sukzessive ausgegeben. Diese E-Card ersetzt den Krankenschein. Anstelle der Krankenscheingebühr von € 3,63 ist nun vom Dienstgeber von jedem Dienstnehmer sowie dessen Mitversicherten (ausgenommen Kindern) ein Betrag von € 10,-- einzuheben und an den Krankenversicherungsträger abzuführen.

Laut Informationen der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft müssen deren Versicherte dieses Service-Entgelt nicht entrichten. Dieses Entgelt ist bereits in einer Spesenpauschale inkludiert.

Änderung der Abfertigung NEU

Nachdem manche Dienstgeber bis heute noch mit keiner MV-Kasse einen Vertrag abgeschlossen haben, wurde seitens des Gesetzgebers ein Verfahren eingeführt, mit dem Dienstgeber einer Mitarbeitervorsorgekasse zwangszugeteilt werden können.

Der Dienstleistungsscheck (kurz DLS):

Unter folgenden Voraussetzungen kann ab 01.01.2006 der Dienstleistungsscheck angewendet werden:

Die Dienstnehmer müssen arbeitsberechtigt sein; d.h. Dienstnehmer die unter das Ausländerbeschäftigungsgesetz fallen, dürfen nicht beschäftigt werden.

Der Dienstnehmer muß einfache haushaltstypische Dienstleistungen in Privathaushalten ausführen. Nicht erfaßt sind Alten-, Kranken- und Kinderbetreuung! Haushaltstypische Dienstleistungen sind z.B: Reinigung der Wohnung, der Wäsche, etc. Beaufsichtigung von Kindern, Besorgung von Lebensmitteln, Medikamenten, etc., Rasen mähen oder Laub rechen.

Das Dienstverhältnis darf längstens einen Monat dauern.

Die Entgeltsgrenze in Höhe der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze (derzeit € 323,46) darf nicht überschritten werden.

Die Entlohnung mittels Dienstleistungscheck muß von beiden Seiten vereinbart werden.

Über die genaue Abwicklung können Sie sich auf der Homepage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit informieren:

http://www.bmwa.gv.at/BMWA/Aktuelles/Arbeit/dienstleistungsscheck.htm

Zu beachten ist trotzdem, dass nicht zu viele Dienstnehmer mittels DLS bezahlt werden, da bei Überschreiten der 1,5 fachen Geringfügigkeitsgrenze der Dienstgeber eine Dienstgeberabgabe von 16,4 % abführen muss. Weiters muss auch der Dienstnehmer Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, wenn er durch mehrere Beschäftigungsverhältnisse die monatliche Geringfügigkeitsgrenze überschreitet.

Die britische LTD (Limited Company):

Eine "Limited" ist das britische Pendant einer österreichischen GesmbH. Der Vorteil einer britischen Limited liegt darin, dass diese mit einem sehr geringen Stammkapital (? 100,-- reichen) gegründet werden kann. Diese Gesellschaft kann dann - auch mit geringem Eigenkapital (zB € 100,--) - eine Zweigniederlassung in Österreich gründen. Ein weiterer Vorteil ist, dass für diese Zweigniederlassung keine Mindestkörperschaftsteuer zu zahlen ist. Weitere steuerliche Vorteile bestehen aber nicht.

Andererseits gibt es aber auch gravierende Nachteile, die man bedenken sollte. So ist der Jahresabschluß sowohl nach britischem als auch nach österreichischem Recht aufzustellen und beim jeweiligen Firmenbuch einzureichen. Erfolgt dies nicht zeitgerecht oder sind staatliche Akte in Großbritannien nicht zustellbar, droht die Löschung der Ltd. Dann kann es passieren, dass die österreichische Zweigniederlassung weiterwirtschaftet, obwohl der Haftungsschutz gar nicht mehr existiert. D.h. in diesem Fall haften die Gesellschafter persönlich.

Weiters ist es ein Irrglaube, dass es bei der Ltd. keine persönliche Verantwortlichkeit des "Directors" gibt. Im Gegenteil: es obliegen ihm erhebliche Treuepflichten, und es verschärft sich der Trend, die "Directors" für Fehler persönlich in die Haftung zu nehmen.

Ein weiterer der Nachteile, welche man vor Gründung einer Ltd. bedenken sollte ist, dass durch die Ltd. ein Gerichtsstand in Großbritannien besteht und britisches Recht anzuwenden ist. Prozesse sind dort erheblich kostspieliger als bei uns.

Man sollte es sich daher gründlich überlegen, bevor man sich auf das Abenteuer Limited mit zwei Rechtssystemen und zwei Sprachen einlässt.


Verbraucherpreisindex

Monat Jahr
(2000=100) (1996=100) (1986=100) (1976=100) (1966=100)
Jänner 2005 109,7 115,4 150,9 234,6 411,8
Februar 2005 110,0 115,7 151,4 235,3 412,9
März 2005 110,5 116,2 152,0 236,4 414,8
April*) 2005 110,2 115,9 151,6 235,7 413,7
Mai 2005 110,4 116,1 151,9 236,1 414,4
Juni 2005 110,8 116,6 152,5 237,0 415,9
Juli 2005 110,5 116,2 152,0 236,4 414,8
August 2005 110,7 116,5 152,3 236,8 415,6

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