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Neuregelung für virtuelle Gesellschafterversammlungen

Mag. Harald CZAJKA

Für die Durchführung von virtuellen Gesellschafterversammlungen wird zukünftig eine einmalige Änderung des Gesellschaftsvertrages notwendig.  Dies betrifft Kapitalgesellschaften sowie auch Vereine.

Damit in Zeiten der COVID-19-Pandemie Versammlungen von Gesellschaftern oder Organmitgliedern auch ohne physische Anwesenheit der Teilnehmer durchgeführt und Beschlüsse auch auf andere Weise gefasst werden können, wurde mit § 1 COVID-19-GesG eine zeitlich befristete gesetzliche Grundlage für „virtuelle Versammlungen“ unter Einsatz technischer Kommunikationsmittel, insb über eine Videokonferenz, geschaffen. 

Diese Möglichkeit hat sich in der Praxis bewährt, weshalb nun eine dauerhafte gesetzliche Grundlage für virtuelle (einfache virtuelle bzw moderierte virtuelle Versammlungen) sowie hybride Versammlungen geschaffen wird Im Unterschied zur Pandemiesituation sind solche Gesellschaftersammlungen jedoch nur zulässig, wenn dies in Satzung bzw im Gesellschaftsvertrag vorgesehen ist.

Virtuell durchgeführt werden können künftig die Hauptversammlung einer AG oder SE, die Generalversammlung einer GmbH, Genossenschaft oder SCE, die Mitgliederversammlung eines Vereins, eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (Mitgliedervertretung) oder eines kleinen Versicherungsvereins und die Vereinsversammlung einer Sparkasse. Für „Versammlungen von Organmitgliedern“ ist der Anwendungsbereich des VirtGesG  – anders als das COVID-19-GesG – auf „Gesellschafterversammlungen“ iwS beschränkt. Mitumfasst sind Versammlungen von Repräsentationsorganen der Gesellschafter, wie etwa die Delegiertenversammlung einer Genossenschaft oder eines Vereins oder die Mitgliedervertretung als oberstes Organ eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit oder eines kleinen Versicherungsvereins.

Für börsenotierte Aktiengesellschaften sind weitere Sonderbestimmung vorgesehen.

Das VirtGesG tritt mit 14. 7. 2023 in Kraft treten: Eine Evaluierung der Zweckmäßigkeit dieser Regelungen ist für das Jahr 2028 vorgesehen.

Mag. Harald CZAJKA

Mag. Harald CZAJKA

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

Mag. Harald Czajka wurde im Jahr 2006 zum Steuerberater bestellt und ist seit dem Jahr 2012 beeideter Wirtschaftsprüfer. Sein Haupttätigkeitsfeld ist die umfassende steuerliche Betreuung von KMU in dem sich stetig wandelnden Umfeld. Mag. Czajka war weiters 8 Jahre für die Volksbank Wien tätig und ist Geschäftsführer der TREUHAND-UNION Österreich.