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BASEL II und das Bankgespräch

Dr. Helmut CZAJKA

Für Sie wird es zu einer Entscheidung kommen müssen, zwischen besserer Informationsversorgung Ihrer Bank und damit verbunden gute Konditionen oder der Einstufung in eine "schlechtere" Risikogruppe und höheren Zinskosten.

Eine genaue Vorbereitung jeden Gespräches mit der Bank ist notwendig.

In der Beilage zu unserer Information finden Sie ein einfaches Excel-Sheet zur Erstellung einer Planrechnung.

Basel II und Sie als Kunde der Bank:
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Basel II ist eine von der Finanzmarktaufsichtsbehörde erstellte und ab Ende 2006 anzuwendende Richtlinie für Banken, um die Sicherheit im Finanzwesen zu festigen. Daher betrifft Basel II Unternehmern zwar nur indirekt, dafür aber umso heftiger.


Die Banken müssen je nach Kreditrisiko unterschiedliche Rückstellungen und Deckungen durchführen, die je höher das Risiko ist Mehrkosten verursachen. Diese Kosten schlagen direkt auf die Kreditkonditionen nieder, da die Banken die entstehenden Kosten weiterbelasten.

Ihre persönlichen Konditionen (Kreditzinssatz,...) werden anhand Ihrer Risikoeinstufung nach einem Ratingverfahrens festgelegt.

Die wesentliche Neuerung an diesem Rating besteht darin, dass für die Beurteilung Ihrer wirtschaftlichen Lage zu 50% soft facts ausschlaggebend sein werden, welche schriftlich dokumentiert sein müssen. Bisherige hard facts, wie beispielsweise die Eigenkapitalquote, welche aus bestehenden Jahresabschlüssen abgeleitet wird, sind zwar wichtig, aber nicht mehr ausschlaggebend, wodurch eine offene Informationspolitik für den Zugang zum Fremdkapitalmarkt entscheidend sein wird.


Ihr Handlungsbedarf vor dem Bankgespräch:
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Übergeben Sie Ihren Jahresabschluss der Bank, damit diese die hard facts, wie
• Bonitätsindikator
• Rentabilität
• Kapitalstruktur
• Cash - Flow
• Aufwandsstruktur,
errechnen kann.

Wichtigste Kennzahl ist die Eigenkapitalquote. Diese kann durch Umgestaltung der Finanzierung (Leasing statt Kauf; Factoring statt Bankkredit) oder eine Erhöhung der Eigenkapitalquote (Zuführung von liquiden Mittel aus dem Privatvermögen; Hereinnahme zusätzlicher Gesellschafter) verbessert werden.

Dokumentieren Sie schriftlich die soft facts und erläutern sie diese beim Bankgespräch. Die soft facts bestehen aus

• Unternehmenskonzept
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Planrechnung
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Standort
technische Ausstattung
Qualitätsmanagement
Wettbewerbsfähigkeit

• Unternehmer und Management
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kaufmännische Kompetenz
Nachfolgeregelung
Vertretungsregelung
Qualität der externen Berater
Führungsstil und Strategieorientierung

• Rechnungswesen
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Qualität der Buchhaltung
Qualität der Planung
Aktualität der Informationen
Fakturierung / Mahnwesen

• Personal
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Fluktuation
klare Kompetenzregelung
Abhängigkeit von einzelnen Personen
Mitarbeiterqualifikation

• Marktposition
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Konkurrenzdruck
Preisstabilität der Produkte
Marktpotentiale
Kundenstruktur

Wichtigste Information ist hierbei die Planrechnung. Ohne Planrechnung für das laufende und folgende Jahr verschlechtert sich das Rating drastisch.

Die Beilage enthält eine Muster - Planrechnung.

Fazit:

Es besteht einerseits die Möglichkeit für Unternehmen mit hervorragender EK Ausstattung und einer positiven Geschäftsentwicklung unter Basel II in eine hohe Risikogruppe eingestuft zu werden, falls entscheidende soft facts nicht dokumentiert werden. Andererseits wird für Unternehmen, die bisher am Fremdkapitalmarkt nicht mehr bedient werden konnten, die Möglichkeit eröffnet, durch die Dokumentation von soft facts ebenfalls mehr und günstiger Fremdkapital zu akquirieren.

Bedenken Sie bitte, je früher Sie sich mit diesem Thema beschäftigen, umso weniger Überraschungen wird es für Sie geben.

Für weitere Informationen stehen wir gerne zu Verfügung.