

Steuerhinterzieher haben vor ihrer Enttarnung Geld aus der Schweiz weggeschafft. Sie sollen nun identifiziert werden.
Das Finanzministerium hat als Weihnachtsgeschenk am 19.12.2014 eine sogenannte Gruppenanfrage in die Schweiz geschickt.
Damit wollen die Steuerfahnder die Identität jener wohlhabenden Österreicher erfahren, die Bankguthaben oder Wertpapiere klammheimlich aus
der Schweiz nach Österreich oder ins Ausland transferiert haben.
Im April 2012 unterzeichnete die damalige Finanzministerin Maria Fekter ein Amnestieabkommen mit ihrer Schweizer Amtskollegin Eveline WidmerSchlumpf.
Die Vereinbarung sah vor, unversteuertes Vermögen von Österreichern im Nachbarland mit einer anonym eingehobenen Abschlagszahlung zu erfassen ist oder alternativ konnten das Vermögen bei der Finanz im Inland mit Selbstanzeige gemeldet werden.
Das Abkommen trat am 1. Jänner 2013 in Kraft, also acht Monate nach der Unterzeichnung. Somit blieb hartnäckigen Steuervermeidern, sie werden von der Finanz "Abschleicher" genannt, genügend Zeit um ihr Geld aus der Schweiz herauszuschaffen, wobei die renommierten Banken damals schon einen Riegel vorschoben, weil sie bei Vermögenstransferierungen Nachweise über die Offenlegung verlangten.
Die "große Unbekannte" bleibt die Art der Fragestellung, die von sehr eng (Abschleicher = hat Kapital in Drittstaat abgezogen) bis mittel (Bankenzahlstelle CH verlassen, das würde auch die "stillen Repatriierer nach Österreich" erfassen) bis sehr weit (Kapital hat die CH-Zahlstelle gar nicht verlassen, war aber nach dem Stichtag 2 und vor dem Stichtag 3 einem anderen Rechtsträger zuzurechnen) sein kann. Finanzminister Schelling weigert sich bislang, den Inhalt der Gruppenanfrage der Öffentlichkeit bekannt zu geben.
Da die Produktion von Bankunterlagen eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt (und sich darüber hinaus mit den Jahresendunterlagen für 2014 überschneiden wird), kann einschlägig Betroffenen nur dazu geraten werden, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um nicht von der Gruppenanfrage bzw. der Notifikation durch die CH-Bank überrascht zu werden.